Sonntag, 26. Juni 2016

Rezension - Das Leuchten meiner Welt

Autor: Sophie Khan
Titel: Das Leuchten meiner Welt
OT: Yasmeen
Erschienen: Juni 2016
Kaufen:
Amazon / Randomhouse 
goodreads
Inhalt
Irenies Kindheit endet an dem Tag, an dem sie nach Hause kommt und ihre Mutter Yasmeen nicht mehr da ist. Der Vater erklärt nichts, weicht allen Fragen aus. Fünf Jahre vergehen, bis Irenie eine Kiste mit Briefen findet und dem Geheimnis ihrer Mutter näher kommt. Auf der Spur einer verbotenen Liebe reist sie von Amerika bis nach Pakistan, voller Hoffnung, in diesem Sommer Yasmeens Verschwinden endlich zu verstehen.
Anrührend und klug erzählt Sophia Khan in ihrem beeindruckenden Debüt von einer geheimen Liebe und deren Folgen für eine ganze Familie.

Herzlichen Dank an den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar.

Meinung
Ich habe mich wirklich auf das Buch gefreut, Inhalt hat mich sehr angesprochen und ich war gespannt darauf wie die Autorin ihre Ideen umsetzen möchte!
Leider hat es ein wenig gedauert bis ich wirklich in die Geschichte reinkommen konnte. Es fängt sehr langsam an und nimmt im Verlauf der Geschichte nicht wirklich viel Schwung an. Vor allem die ersten paar Kapitel ziehen sich ziemlich in die Länge, da es kaum eine eigene Handlung gibt, sondern die beiden Charaktere in Erinnerungen an Yasmeen (Mutter und Ehefrau) schwelgen. Es ist zwar verständlich, dass die Autorin zuerst den Rahmen für das Buch ausmalen möchte, aber ich finde, dass dies auch im Laufe der Geschichte hätte passieren können. Stattdessen erfährt man ziemlich viel darüber wie das Leben der Protagonisten war bevor Yasmeen verschwunden ist.

Im Endeffekt ist das auch die Handlung des Buches. Die beiden Charaktere scheinen in einer Art Stillstand zu sein seitdem Yasmeen verschwunden, das ganze Buch scheint es als wären sie in ihren Erinnerungen gefangen gewesen und sehen kein Vor und kein Zurück. 
Dieses in Erinnerungen schwelgen zieht sich durch das gesamte Buch und ist aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. 
Vater und Tochter haben schon immer nebeneinander und nicht miteinander gelebt, das hat sich nach dem Verschwinden von Yasmeen nur verschlimmert. Anstatt zusammenzuhalten scheinen Beide vergessen zu haben, dass der jeweils andere auch eine wichtige Person verloren hat. Das ist ebenfalls ein Aspekt, der sich durch den ganzen Roman zieht. Anfangs hat es einen ziemlich nervigen Eindruck erweckt, nachdem ich jedoch mehr über die Beiden und ihre Beziehung zu Yasmeen erfahren habe fand ich es traurig. 
Auf der einen Seite haben wir Irenie, welche ihre Mutter vermisst und mit Hilfe der gefundenen Kiste eine Seite ihrer Mutter kennenlernt, die sie sich nie erwartet hätte. Ihre Mutter war für Irenie immer die wichtigste Person, der einzige Elternteil zu dem sie eine Beziehung aufgebaut hat.
Auf der anderen Seite haben wir James der sein Bestes tut um seine Tochter alleine großzuziehen, auch wenn er nicht weiß wie er mit einem Teenager umgehen soll und meistens Abstand von ihr hält.
Für mich persönlich war es teilweise schwer zu verstehen in welcher Zeit die Geschichte gerade spielt, dadurch habe ich immer wieder den Faden verloren. Ich muss aber gestehen, dass ich nach einer Zeit gar nicht mehr darauf geachtet habe und die Geschichte einfach ohne Zusammenhänge gelesen habe. 
Das ist das größte Problem, das ich beim Lesen hatte: Es war teils schwer nachzuvollziehen. Durch die ständigen Erzählungen der Vergangenheit gab es keine Zusammenhänge zum gegenwärtigen geschehen. Teilweise brechen auch Erzählungen der Gegenwart abprubt ab um eine Anektode der Vergangenheit zu weichen. 
Das Buch ist auf jeden Fall keines für Zwischendurch, man muss sich Zeit nehmen um die Zusammenhänge zu verstehen und die Handlungen der Protagonisten nachvollziehen zu können. 
Schreibstil
Die Geschichte wird aus der Perspektive von James und Irenie erzählt. Dabei hat die Autorin Irenie in der "Ich"- Form sprechen lassen, während James Teil der Geschichte in der dritten Person erzählt wurde. Das hat mir sehr dabei geholfen sofort zu verstehen aus welcher Sicht die Geschichte im Moment erzählt wird. Abgesehen war der Schreibstil zwar angenehm, aber sehr ausgeschmückt. Teilweise waren die Sätze ziemlich lang, so dass ich immer wieder aus der Geschichte rausgekommen bin!
Aufmachung

Meine Neugier auf das Buch wurde auf jeden Fall durch das Cover geweckt, ich hab selten so eine schöne Aufmachung gesehen und bin absolut begeistert davon. Es passt auch wirklich gut zur Geschichte, der Verlag hat sich auf jeden Fall Gedanken darüber gemacht!
Der Titel selbst gefällt mir auch sehr gut und ich finde, dass er den Inhalt des Buches auch sehr gut widerspiegelt.
Alles in allem ist die Aufmachung des Buches echt gut durchdacht und passt perfekt zur Geschichte.
 
Fazit
Meine Erwartungen an das Buch waren sehr hoch, umso mehr bin ich über den tatsächlichen Inhalt der Geschichte enttäuscht. Ich damit nicht sagen, dass es ein schlechtes Buch ist, es ist lediglich schwer die Geschichte genießen zu können wenn man ständig nachdenken muss in welcher Zeit man sich nun befindet. 
Trotzdem würde ich das Buch weiterempfehlen. Ich denke, dass es vielen eine Freude machen wird, für mich war es einfach nicht das Richtige.