Samstag, 16. April 2016

Rezension - Frostkuss

Autor: Jennifer Estep 
Titel: Frostkuss
OT: Touch of frost 
Erschienen: 11. Mai 2015
Kaufen: Amazon
goodreads 
Inhalt: Sie sind die Nachkommen sagenhafter Kämpfer wie Spartaner, Amazonen oder Walküren und verfügen über magische Kräfte. Auf der Mythos Academy lernen sie, ihre Fähigkeiten richtig einzusetzen. Gwen Frost besitzt ein einzigartiges Talent: die »Gypsy-Gabe«. Eine einzige Berührung reicht aus, um alles über einen Gegenstand oder einen Menschen zu wissen. Doch dabei spürt Gwen nicht nur die guten Gefühle, sondern auch die schlechten und die gefährlichen. Auf der Mythos Academy soll sie lernen, mit ihrer Gabe sinnvoll umzugehen. Aber die mythische Welt steht vor einer tödlichen Bedrohung, und Gwen befindet sich plötzlich im Zentrum eines großen Krieges.
Meinung
Ich habe das Buch immer wieder online gesehen und auch öfters richtig gute Dinge darüber gehört, jedoch hat mich die Geschichte nie sonderlich viel interessiert! Nachdem nun aber erneut alle von dem Buch geschwärmt haben habe ich mich kurzer Hand dazu entschlossen es auch endlich zu lesen, und ich muss sagen, dass ich leider mehr als enttäuscht bin. Die vielen positiven Rezensionen kann ich persönlich leider nicht nachvollziehen, sie verwundern mich ehrlich sogar! Es war zwar auf keinen Fall eines der schlechtesten Bücher, aber gut ist nun mal leider etwas anderes. 

Inhalt 
Der Inhalt klingt auf den ersten Moment mehr als spannend: Amazonen, Spartaner, Walküren, genauso wie viele andere Kraturen und Wesen auch, die wir alle aus Sagen und Mythen kennen sind real und setzen ihr Leben aufs Spiel um Loki und seiner Gefolgschaft zu bekämpfen. Statt den altbekannten Vampiren und Werwölfen dreht sich hier alles um mystische Sagen, klingt nach der perfekten Unterhaltung. 

Leider geht die Autorin viel zu wenig auf die einzelnen Kämpfer bzw. Wesen ein und erklärt kaum etwas. 

Die Protagonistin selbst ist ein "Gypsy" und kann durch das Berühren von Gegenständen oder Personen Gefühle in Erfahrung bringen, ihre Großmutter kann in die Zukunft sehen, ihre Mutter weiß wann sie angelogen wird. All das sind magische Kräfte von denen die Protagonistin weiß, Kräfte die sie kennt und dennoch glaubt sie, dass die Akademie, welche sie besucht ein reiner Scherz ist und es keine Walküren Amazonen etc. gibt. Wieso genau sie das glaubt weiß ich leider auch nicht, vor allem da sie von wandelnden Beispielen dieser Wesen umgeben ist. 
Diese Ignoranz (oder Dummheit?) der Protagonistin führt dazu, dass sie im Unterricht nicht aufpasst und daher nichts über diese Welt, in welcher die Geschichte spielt, weiß das wiederum führt dazu, dass man auch als Leser nicht wirklich Ahnung davon hat was gerade passiert. 
Die Autorin ist weder auf die erwähnten Mythen, Sagen oder Geschichten eingegangen, sondern hat den Leser einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Ein großes No Go, vor allem wenn es den Anschein hat als wären ALLE Mythen wahr, Estep kann von ihren Lesern nicht erwarten jede einzelne Sage etc zu kennen. Die Autorin hätte dem Leser mehr Informationen vermitteln sollen, da sie das leider nicht tut bleibt die gesamte Geschichte oberflächlich und flach! Hätte sie sich,anstatt verschiedene Mythen einzubauen, auf einen oder zwei konzentriert hätte sie viel mehr ins Detail gehen können, ich glaube, dass das Buch in diesem Fall um einiges interessanter hätte sein können. 
Kurz gesagt: Es fehlen die Infos um die Geschichte auch nur ansatzweise spannend zu finden! 

Das weitere Problem ist, dass alles viel zu schnell passiert, ohne dass wirklich etwas passiert! Die gesamte Handlung des Buches könnte auf 100 Seiten reduziert werden und als Leser hätte man trotzdem alles Notwendige in Erfahrung gebracht. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher wie lange der Zeitraum ist, in welchem die Geschichte spielt, aber mehr als eine Woche kann es eigentlich nicht sein!
Es passiert einfach zu wenig, die Protagonistin ist immer zur richitigen Zeit an der richtigen Stelle, weiß sofort an wen sie sich wenden kann und löst alle "Probleme" ohne Schwierigkeiten! Ich kann euch gar nicht sagen wie langweilig es war! Nie musste man darüber nachdenken was passieren wird, da (wenn nicht nichts passiert) alles so leicht zu durchschauen war. Es gibt keine plot twists oder unerwartete Handlungsstränge, alles verlauft einwandfrei von A nach B. 

Schreibstil 
Das ist glaube ich das erste Buch bei welchem ich nichts über den Schreibstil sagen kann. Er war nicht besonders gut, mehr gibt es leider nicht, es gab keine herausragenden Sätze, Wörter oder Dialoge. Der Schreibstil war so durchschnittlich wie er nur sein kann. 

Die Protagonistin
Normalweise versuche ich in meinen Rezensionen immer ein wenig über andere Charaktere, abgesehen von der Protagonistin, zu schreiben. Leider gibt es in dem Buch niemanden über den ich auch nur einen Satz schreiben könnte, alle Charaktere sind flache 0815 Personen, die keine wirkliche Persönlichkeit besitzen. Deswegen schreibe ich nur über die Protagonistin selbst, und lasse dabei meine gesamte Wut auf sie raus ;) 

Gwen ist unglaublich nervig. Auf der Uni lernen wir immer weider Autor ist nicht gleich der Erzähler der Geschichte und das hoffe ich in diesem Fall. Die Protagonistin ist davon überzeugt, dass sie der absolut größte Nerd auf Erden ist, weil sie Comic Bücher liest! SCHOCKER! Habt ihr jemals schon von so etwas gehört? Mädchen und Comics? Niemals! 
Gwen denkt, dass das der Grund dafür ist, dass sie keiner leiden kann. Ich glaube es liegt eher daran, dass sie einfach eine unausstehliche Person ist! Wäre ich mit jemandem wie ihr zur Schule gegangen hätte ich sie genauso wenig leiden können wie die anderen Charaktere dieses Buches. 
Und obwohl Gwen keine Freunde an der Schule hat, niemanden wirklich kennt und selbst immer als "Nerd" oder "Gypsy Girl" abgestempelt wird und sowieso die Ärmste ist, ist sie gleichzeitig auch die Erste die andere verurteilt.
In keinem einzigen Buch, das ist bis jetzt gelesen habe (und das sind nicht wenige) ist mir noch nie eine Protagonistin begegnet, die so offenherzig und oft "slut shamed" wie in diesem Buch! Mädchen die Sex haben sind das Böse und werden sofort (gedanklich) beschimpft, wie können sie es auch wagen ihre Sexualität auszuleben? Wenn es nach unserer Protagonistin geht sollte wohl jedes Mädchen einen Keuschheitsgürtel trage!! Wisst ihr was Gwens Einstellung dazu perfekt ergänzt? Jungs dürfen tun was (und wen) sie wollen, für sie erscheint es als selbstverständlich, dass Typen gerne Sex haben und dies dann auch  tun, Mädchen dürfe das natürlich nicht!
Wie schon gesagt Autor ist nicht gleich Erzähler, aber es ist wirklich schade, dass Protagonistinnen in Büchern den Wert eines Mädchens immer daran messen wie kurz ihr Rock ist, wie tief ihr Ausschnitt ist, oder mit wie viel Personen sie Sex hat. 

Cover 
Weder das deutsche noch das englische Cover können mich von sich überzeugen, es hat nicht den Anschein, als ob sich die Graphic Abteilung Mühe gemacht hätte ein gutes Cover zu designen. Aber ein schlechtes Cover passt zu einem schlechten Buch also ja... 
Im Vergleich zum deutschen Cover könnt ihr euch hier rechts das englische ansehen, was meiner Meinung nach sogar noch schlimmer ist. Ich bin ja irgendwie auch selbst schuld, ich hätte mir denken können, dass ein Buch mit so einem Cover nicht gut sein kann! 

Fazit 
Ich glaube mein Fazit ist ziemlich offensichtlich, ich hab keine Ahnung wie dieses Buch 3.96 Sterne auf goodreads hat, knappe 4 Sterne für so einen Schrott?? Wie konnte das passieren? 
Ich würde das Buch auf keinen Fall weiterempfehlen, außer vielleicht Leuten die (wie ich) manchmal wirklich schlechte Bücher lesen wollen nur um sich darüber lustig zu machen!