Montag, 21. März 2016

Rezension - Mein letzter bester Sommer

Autor: Anne Freytag
Titel: Mein bester letzter Sommer
Erschienen: 08. März 2016
Kaufen: Heyne / Amazon
Inhalt
Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …

Meinung
Ich habe das Buch gesehen und mich sofort in das Cover verliebt, der Inhalt klang für mich zwar interessant, hat mich aber dann doch sehr an "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (tfios) erinnert, trotzdem wollte ich dem Buch eine Chance geben.
An dieser Stelle danke an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.

Inhalt
Schon nach den ersten paar Seiten des Buches konnte ich immer mehr Gemeinsamkeiten mit tfios entdecken, aber ich denke das haben die meisten Bücher an sich, wenn es darum geht, dass die Protagonistin bald stirbt.
Abgesehen davon ist der Inhalt des Buches wirklich nichts Neues: Mädchen trifft Jungen, verliebt sich unsterblich und entscheidet sich, gegen jegliche Logik, mit ihm eine Reise zu machen. Soweit so gut! Aber die Autorin hat sich leider wirklich nichts Neues einfallen lassen, ich habe während des Lesens auf einen Twist gewartet, einen Aha-Effekt, der die Geschichte zu etwas Besonderen macht, leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
 
Wer sich eine Geschichte von einem jungen Mädchen erwartet, dass nicht aufgeben will und versucht den Rest ihres Lebens so gut es geht zu leben, wird leider enttäuscht werden. Anstelle ihres Schicksals steht ihre Liebe zu Oskar im Vordergrund, was für mich einfach nicht richtig ist. Ihr ganzes Leben beginnt sich um Oskar zu drehen, mir ist schon klar, warum er ein wichtiger Teil ihres Lebens geworden ist und auch warum sie lieber Zeit mit ihm als mit ihrer Familie verbringen will, aber dennoch liegen ihrer Prioritäten nicht unbedingt an der richtigen Stelle. Jeder geht anders mit einer Krankheit um, das ist mir klar, aber von einem Roman hätte ich dann doch einiges mehr erwartet.

Schreibstil
Den Schreibstil fand ich zwar nicht schlecht, aber ich hatte teilweise das Gefühl, das die Autorin versucht hat so viele tiefgründige Sprüche einzubauen wie menschenmöglich. Die ersten paar Seiten des Buches bestehen fast ausschließlich aus "philosophischen" Gedankengängen der Protagonistin. Das Ganze hat sehr überheblich und übertrieben gewirkt und hat mich wirklich wahnsinnig gestört. Mit der Zeit gibt sich das zwar, aber ich finde, dass man der Autorin trotzdem anmerkt, dass sie für ihre tiefgründigen Gedanken Anerkennung haben möchte. Manche der Sprüchekönnte man auf Bildern mit einem Meer, oder dem Weltall im Hintergrund an den Wänden eines Hipsters finden.
 
Charaktere
Tessa, die Protagonistin, fand ich sehr unsympathisch, das hat sich leider im Laufe des Buches nicht gelegt. Es ist immer schwierig eine Person darzustellen die weiß, dass sie unheilbar krank ist und bald sterben wird, gleichzeitig gelingt das auch vielen Autoren, meiner Meinung nach ist es Freytag gehört leider nicht dazu.
Oskar ist ein wirklich gut gelungener Charakter und einer der wenigen Gründe wieso ich das Buch zu Ende gelesen habe. Er war mir von Anfang an sympathisch und ist ein sehr liebenswürdiger Charakter, im Endeffekt ist er das Gegenteil der Protagonistin, ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, was er an ihr so Besonders findet, aber jedem das seine ;)
Auch Tessas Familie ist nicht unbedingt liebenswürdig, aber auch das ist leider sehr übertrieben dargestellt. Jedes Mitglied stellt ein Extrem dar: Ihre Mutter kümmert sich zu sehr um sie, ihr Vater ist zu wenig da und ihre Schwester behandelt sie wie immer, was der Protagonistin auch nicht gefällt. Niemand kann er der Protagonistin recht machen und alle behandeln sie unfair, zumindest findet sie das. Am Anfang der Geschichte erzählt Tessa, dass sie es gut finden, dass ihre Schwester sie genauso wie immer behandelt, aber anscheinend nur wenn es der Protagonistin passt, denn schon bald findet sie sich von ihrer jüngeren Schwester unfair behandelt.  
 
Cover und Titel
Wie schon gesagt habe ich mich absolut in das Cover verliebt, es ist wirklich süß gestaltet, passt gut zum Buch und weckt auf jeden Fall die Aufmerksamkeit!
Auch im Inneren des Buches ist man als Leser keinesfalls enttäuscht und man merkt, dass sich der Verlag wirklich Mühe bei der Gestaltung des Buches gegeben hat. Auf der Innenseite befinden sich eine Karte und auch eine Playlist passend zur Geschichte, das sind Kleinigkeiten, die ein Buch wirklich zu etwas Besondern machen können. Als Leseratte weiß man so etwas wirklich zu schätzen.
Der Titel ist auch sehr gut für das Buch gewählt und passt, genau wie das Cover, perfekt zur Geschichte.

Fazit
Leider war ich von dem Buch enttäuscht, ich hätte mir mehr von der Geschichte erwartet. Wie schon gesagt dachte ich, dass es bei dem Buch vor allem um den innerlichen Kampf eines totkranken Mädchens gehen wird, dem war leider nicht so, da der Fokus vor allem auf ihrer Beziehung mit Oskar lag. Viele Leser werden wahrscheinlich genau das an dem Buch mögen, ich hätte mir aber mehr als eine Liebesgeschichte erwartet, vor allem wenn es um ein so ernstes Thema geht.