Freitag, 22. Januar 2016

Rezension - Der Feuerstein

Autor: Rae Carson
Titel: Der Feuerstein
OT: The Girl of fire and thorns
Kaufen: Heyne / Amazon
Inhalt: Alle hundert Jahre wird ein Mensch auserwählt, den göttlichen Feuerstein zu tragen. Prinzessin Elisa von Orovalle ist so eine Steinträgerin. Aber Elisa ist auch dick und außerdem nur die Zweitgeborene. Diejenige, die noch nie etwas Herausragendes vollbracht hat – und die auch nicht glaubt, das jemals tun zu können. Doch dann wird sie an ihrem sechzehnten Geburtstag die geheime Ehefrau eines schönen und mächtigen Königs – eines Königs, dessen Reich im Innern von Intrigen und von außen von grausamen Invasoren bedroht wird und der eine Heldin und keine Versagerin an seiner Seite braucht. Er ist jedoch nicht der Einzige, der Elisa für seine Zwecke einspannen will. Als die Prinzessin von mysteriösen Rebellen entführt wird, nimmt sie ihr Schicksal erstmals selbst in die Hand: Mit all ihrem Mut, ihrer Entschlossenheit und Klugheit schließt sie sich den Aufständischen an und kämpft gegen die feindliche Armee. Denn Elisa weiß, der Feuerstein, der in ihrem Nabel schlummert, könnte ihr unglaubliche Macht verleihen. Falls es ihr gelingt, seine Magie zu entfesseln. Falls sie nicht zu früh stirbt. Denn das ist das Schicksal der meisten Auserwählten … 

Meinung
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch, da fast jeder das Buch liebt und ich schon oft gehört habe, dass es unterschätzt ist und mehr Aufmerksamkeit verdient. Warum also nicht? Der Inhalt klingt schon mal sehr vielversprechend!

Handlung
Wer den Klappentext des Buches liest, weiß was zu erwarten ist. Es gibt kaum Überraschungen und vieles ist vorhersehbar.
Ich habe sehr lange gebraucht um wirklich in die Geschichte reinzukommen, da diese erst nach einigen Kapiteln wirklich spannend wird, aber auch die aufgebaute Spannung war nichts Neues oder wirklich Überraschendes.
Am meisten hat mich jedoch gestört, dass gefühlte 100 Male erwähnt wurde, dass die Protagonistin fett ist bzw. es wurde immer wieder ausführlich darüber berichtet was sie isst, wie es zubereitet ist und wer es zubereitet hat. Essen nimmt einen sehr großen Teil der Geschichte ein, was für mich einfach absolut unnötig war. Das Buch wäre um einiges kürzer gewesen, wenn auf diese Beschreibungen verzichtet worden wäre, das beschriebene Essen war nichts weiter als ein Lückenfüller.
Versteht mich nicht falsch ich finde es gut, dass die Protagonistin keine wunderschöne, schlanke junge Frau ist, aber in diesem Fall hat es teilweise so gewirkt als wäre ihr Gewicht und ihr "unkonventionelles" Aussehen das Wichtigste an ihr. Es hat den Eindruck erweckt, als sollten wir Elisa schon alleine deswegen mögen. 

Die von der Autorin eingebauten spannenden Elemente lenken davon ab, dass dem Buch eine wirkliche Handlung fehlt. Elisa wandert immer wieder durch die Wüste und verbringt kurze Zeit an jeweils Ort A oder B. Manchmal passiert dazwischen Etwas, manchmal auch nicht. Wie gesagt eine richtige Handlung gibt es nicht, die Autorin hat versucht die Geschichte durch mitreißende Elemente interessanter wirken zu lassen, das hat meiner Meinung nach leider nicht funktioniert. Der gesamte wirkliche Inhalt kann auf 100 Seiten reduziert werden und dennoch würde der Leser genauso viel wissen, wie bei dem tatsächlich veröffentlichten Buch. Für mich hat es den Eindruck erweckt als wüsste die Autorin selbst nicht so die Geschichte hinführen soll bzw. war sich nicht sicher in welche Richtung und ist deswegen nicht tiefer in die Handlung eingegangen! Es hat den Anschein als wolle sie sich alles offen halten um sich nicht für einen definitiven Weg entscheiden zu müssen. 

Schreibstil
Der Schreibstil ist sehr angenehm, auch wenn die Sätze teilweise sehr in die Länge gezogen sind.  Das Buch war wirklich gut geschrieben, aber ich würde es keinem Englisch Anfänger empfehlen, da der Schreibstil für jemanden der sich bei seinen Sprachkenntnissen unsicher ist zu komplex ist.

Cover
Weder das deutsche noch das englische Cover sind für ansprechend. Wobei das deutsche Cover dennoch besser gestaltet ist, das englische erweckt für mich den Eindruck als hätte ein unerfahrener Grafikdesigner sich daran versucht und im Endeffekt blieb nicht genug Zeit um Etwas besseres zu gestalten.

Charaktere
Elisa ist die Protagonistin der Geschichte, der leider eine wirklich ausgeprägte Persönlichkeit fehlt. An ihr ist nichts Besonderes erkennbar, und ich fand es auch ziemlich schwer mich in sie hineinzuversetzen, da sie oftmals durch ihr ewiges Erwähnen ihrer Aussehens ziemlich nervig und unsympathisch wirkt.
Alle anderen Charaktere sind ehrlich gesagt eher uninteressant und spielen auch keinen wichtigen Beitrag für die Geschichte. Ich hoffe, dass sich das in den nächsten 2 Teilen der Trilogie ändern wird, denn die Autorin könnte die Charaktere wirklich interessant gestalten und aufbauen.

Fazit
Das Buch hat leider meine Erwartungen nicht erfüllt, wer sich eine High Fantasy Geschichte a là Graceling oder Throne of Glass wünsch, wird von der Feuerstein enttäuscht sein.
Der Geschichte selbst fehlt das gewissen Etwas, die Charaktere sind nichts besonderes und auch die Handlung lässt zu wünschen übrig.
Vielleicht hatte ich aber auch zu hohe Ansprüche an das Buch, andererseits kann ich jedoch auch die vielen gute Bewertungen auf goodreads nicht wirklich nachvollziehen.