Donnerstag, 10. September 2015

Rezension - Die Stadt der verschwundenen Kinder

Autor: Caragh O'Brien
Titel: Die Stadt der verschwundenen Kinder
OT: Birthmarked
Genre: YA Dystopie
Kaufen: Amazon

Inhalt:
Die junge Gaia gehört mit ihrer Mutter zu den wichtigsten Menschen in ihrer Gemeinschaft: Als Hebamme muss sie jeden Monat die ersten drei Neugeborenen an der Mauer abgeben – so lautet das Gesetz. Noch nie hat es jemand gewagt, gegen dieses Gesetz und die Herrscher jenseits der Mauer aufzubegehren. Doch dann werden Gaias Eltern verhaftet, und das Mädchen begibt sich auf die Suche nach dem Geheimnis der Stadt jenseits der Mauer – und nach dem Schicksal der verschwundenen Kinder...


Meinung:
Gaia bringt ein Kind, zum ersten Mal ohne Hilfe ihrer Mutter, zur Welt und bringt dieses an die Stadtmauer, als sie zurück kommt erfährt sie, dass ihre Eltern verhaftet wurden und auch sie selbst wird verhört, da man auf der Suche nach einem Code ist, welcher von ihrer Mutter geschaffen wurde. Was genau es mit diesem Code auf sich hat bleibt Gaia und somit auch dem Leser anfangs verschwiegen.
Von hier an nimmt die Geschichte seinen Lauf und Gaia deckt Lügen auf, erfährt Neues und beginnt ihr gesamtes Weltbild zu überdenken. Ist es wirklich moralisch vertretbar Kinder sofort nach der Geburt den Eltern wegzunehmen um sie hinter die Mauer zu bringen? Es wird ihnen somit ein besseres Leben ermöglicht, die Menschen innerhalb der Mauer haben mehr Ressourcen zu Verfügung so können zum Beispiel alle Kinder in die Schule gehen und haben täglich Essen auf dem Tisch. Diese Tatsache rechtfertigt für einige Charaktere den Vorgang und auch als Leser scheint man in einer Zwickmühle zwischen Entsetzen und Verständnis zu stecken. Den Kindern stehen viele Möglichkeiten offen, das Leben hinter der Mauer ist ein einfaches bis armes, möchte man seinem Kind nicht die Möglichkeit geben mehr aus seinem Leben zu machen? Alle Möglichkeiten auszunutzen welche ihm/ihr innerhalb der Mauer offen stehen?
Als Gaia versucht ihre Eltern zu retten und hier die schrecklichen und grauenvollen Taten entdeckt, welche innerhalb der Mauern passieren ist sie sich über die Beantwortung der Fragen nicht mehr sicher und scheint ihre Ansicht zu überdenken.

Gaia ist eine Protagonistin in die man sich wirklich gut hineinversetzen kann. Es war schon immer so, dass Kinder den Müttern weggenommen werden also hat sie nichts schlechtes daran erkannt. Sie war immer der Meinung, dass es den Kindern innerhalb der Mauer besser geht als außerhalb. Und wer würde das nicht annehmen? Immerhin ist das Leben innerhalb der Mauer ein einfaches von Luxus geprägtes. Die Annahme, dass die Realität weit von diesem Ideal entfernt ist wäre einfach nicht denkbar in der im Buch erschaffenen Welt! Gaia hat zwar ein schlechtes Gewissen bei der Abgabe der Babys denkt aber, dass sie im Endeffekt etwas Gutes tut.

Alles in allem war das Buch wirklich interessant und mal was Neues, es handelt sich um einen dystopian Roman mit einigen neuen, von mir noch nie zuvor gelesenen, Elementen, welche hin und wieder auf Dinge aus der Vergangenheit zurückgreifen. Wie bei so vielen Romanen dieser Art denkt man beim Lesen viel über die Gesellschaft nach in welchem die Protagonistin lebt.

Fazit:
Ich würde das Buch auf jeden Fall empfehlen und hoffe, dass die nächsten Teile der Reihe nicht auch so weit nach hinten auf meiner Wunschliste fallen wie es bei Birthmarked passiert ist. Der Schreibstil ist sehr angenehm, das Buch leicht zu verstehen und schnell zu lesen. Die Geschichte selbst ist sehr interessant und auch die Charaktere haben von O'Brien sympathische Züge erhalten, sogar die Mürrischen sind mir ans Herz gewachsen! 
Viele der Handlungen und Geschehnisse waren vorhersehbar, aber die letzten paar Seiten haben dann doch nochmal einen ziemlich großen plot twist mit sich gebracht und ich bin gespannt wie O'Brien die Geschichte fortführen will!  

4 von 5 Sternen